Hochzeitsfotografie: Nachbearbeitung der Bilder

Hochzeitsfotografie Koblenz, Hochzeitsfotogafie Wiesbaden

Der DJ hat die besten Hits schon rausgehauen, das Team vom Catering räumt die letzten Gläser vom Tisch, die Gäste sind zufrieden und satt und man blickt nicht nur in glückliche, sondern auch in müde Gesichter.

 

Je nachdem wie lange man als Fotograf gebucht wurde ist das spätestens der Zeitpunkt: Die Hochzeit neigt sich dem Ende zu.

 

Ich spreche kurz mit dem Brautpaar ab, dass ich jetzt mein Equipment zusammenpacke und jetzt nochmal die Chance auf letzte Bilder besteht. Dann räume ich ein und verabschiede mich vom Paar. Jeden, der denkt, dass hier jetzt die Arbeit eines Hochzeitsfotografen getan ist, sollte gut aufpassen.

 

Es gibt eine kleine Faustregel: Wer 10 Stunden auf einer Hochzeit fotografiert, ist ungefähr 30 Stunden beschäftigt. Manche Nachbearbeitungen dauern kürzer, manche länger.

 

Doch warum kann es bis zu einem 3-fachen der Zeit beanspruchen, die man tatsächlich an der Hochzeit anwesend ist? Ein kleiner Einblick hinter die Kulissen :)

 

Im Schnitt gehe ich mit 1200 Bilder auf der SD-Karte nachhause. Je nachdem was für ein Paket gebucht wurde, gehen verschiedene Bildmengen an das Paar - mein kleinstes Paket liegt bei 400 Bildern. Unschwer vorzustellen: Allein die Selektion der 400 schönsten Bilder beansprucht Zeit.

 

Danach findet für diese Bildmenge eine Grundoptimierung statt. Die Belichtung und die Farben werden angepasst; außerdem bekommt jedes Bild noch meinen Bildlook - deswegen wurd ICH ja schlussendlich gebucht wegen meiner Art an sich und wegen meinem Bildstil. Bei Paarfotos nehme ich außerdem eine Beautyretusche vor - immer mit dem Augenmerk, dass man sich die Bilder gerne ins Wohnzimmer hängen möchte, sich und andere aber selbst noch erkennt. Die Bilder stelle ich in eine Online-Galerie für's Paar. Der Link geht per E-Mail zu.

 

Es kann auch mal vorkommen, dass ich ein Familienmitglied nicht in der Selektion drin hatte, bestehen hier Änderungswünsche, schaue ich mir die Dateien noch einmal an und suche ich denjenigen natürlich.

 

Ist das Paar zufrieden mit der Wahl, bereite ich meinen USB-Stick in einer kleinen Holzkiste voll eurer Erinnerungen des schönsten Tags eures Lebens vor. Eine kleine Überraschung findet dort auch meistens Ihren Platz. Ich finde, es gehört einfach dazu, dass man anschließend etwas in der Hand hält und nicht selten möchten Paare auch Fotobücher haben - auch hier muss ich auswählen, bearbeiten und designen.

 

Die Holzkisten und Fotobücher gebe ich selten zur Post - ich bin stolz auf meine Arbeit, die Boxen und die Bücher und deswegen überbringe ich sie viel lieber bei einem Café persönlich.

 

Jedes Paar wird durch die Teilung dieses emotionalen Tages zu einem Stück Freundeskreis für mich. Da lasse ich mir nur ungern das Strahlen in dem Gesicht entgehen, wenn das Paar endlich von Ihrem Tag ,,etwas in den Händen hält''.

 

Und dann genau erst hier endet meine Hochzeitsreportage.

 

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P.S.: Würde ein Fotograf leistungsmäßig nur für die Anwesenheit an der Hochzeit bezahlt werden, würde er am Ende der Hochzeit die SD-Karte aus der Kamera rausnehmen und diese dem Paar geben und sich verabschieden. Das wäre ungefähr damit zu vergleichen, dass Ihr in ein Restaurant geht, ein Gericht auf der Karte auswählt und der Koch persönlich euch alle dafür benötigten Zutaten auf den Tisch legt - wirklich nur die Zutaten, weil Messer, Kochlöffel und Pfanne (analog zu Kamera, PC und Bearbeitungsprogramme) solltet ihr schon eigenorganisiert haben ;)